Zeit für einen Paradigmenwechsel in der SEO
Nur wenige Bereiche der Technik sind so sagenumwoben und mythologisiert wie Google. Ein Heer selbsternannter Spezialisten optimiert Websites dass es kracht — mit Methoden die oft an Regentanz erinnern oder zu Mindest im festen Glauben an einen solchen geschehen. Ein Arsenal an Tools dient dem immer gleichen Zweck: dem (potentiellen und zwingend noch ahnungsloseren) Kunden zwei Dinge zu beweisen: dass die Website sch*** “performt” und (später denn) dass der teuer bezahlte Regentanz auch gewirkt hat (oder auch nicht). Beide Informationen hat der Kunde — sonst säße er nicht da.
Mythen sind je nach Kultur unterschiedlich ausgeprägt; die kulturellen Grenzen der SEO sind nicht geographisch sondern nach individuellen technischen Schwerpunkten gezogen: dem entsprechend gehen die Regentänze von Servergeschwindigkeit über Metastrukturen zu Keyworddichte und .… alles sicher nicht (ganz) verkehrt, aber niemand sagt dass es nicht regnet wenn man tanzt. Und schließlich fließen alle diese Dinge in den magischsten aller Werte ein, den sagenumwobenen Pagerank (und den haben schließlich die Götter selbst eingeführt!).
Um die ketzerische Aussage vorneweg zu nehmen (bislang wart es nur Sarkasmus): das ist ALLES nicht so wichtig oder eine einfache Ableitung aus dem jeweiligen Status Quo. Quatsch will ich nicht sagen, aber zu 99% Marketing für Regentanz, denn 99% der Branche sitzen einem wohl gepflegten Kardinal-Irrtum auf, das restliche Prozent sagt ganz bewusst nix. Die Suchmaschinenbetreiber fördern diese Mythen nach Laibes Kräften– schließlich wollen sie überleben.
Rückblende: die ersten Suchmaschinen waren in erster Linie doof, was sich leicht ausnutzen liess: kleine Tricks wie verborgener Text oder 100 Mal das Keyword in der Hintergrundfarbe am Seitenende hatten tatsächlich Erfolg und zeugten von einer sehr simplen Grundfunktion: ein GROSSE Tabelle, im Spaltenkopf das Suchwort, als Reihenbezeichner die Fundstellen. In der jeweiligen Zelle steht wie oft. Mache ich meine Tabelle in einer Tabellenkalkulation auf und klicke im Spaltenkopf auf das Suchwort zeigt die Tabelle die Fundstellen nach Häufigkeit an — und offenbart das erste große Problem: mit Relevanz für den Benutzer hat diese Auswahl Nichts zu tun.
An dieser Stelle reagierten die Suchmaschinenentwickler auf zwei Weisen (die bis heute Gültigkeit haben): 1. zu oft ist Spam, und 2. die Spalten wurden sortiert (bildlich, s.o.!!). Nicht einfach alphabetisch oder nach Summe über die gesamte Spalte (schon raffinierter und für statistische Zwecke ganz brauchbar) sondern (Tataaaa) für jeden Begriff und Link separat. Der imaginären Tabellenkalkulation wurde nun ein Filter samt Sortierung hinzugefügt: mit einem Klick auf das Suchwort werden nun als Spalten nur noch mit diesem Wort zusammen vokommende Begriffe angezeigt, diese sortiert nach Häufigkeit. Die Summe eine einzelne Zeile wäre bereits (ein erstes) praktikables Maß für die Relevanz eines URL.
Die Zeit ein wenig vorgespult: mit dem allgemein und fälschlicher Weise als “Pagerank-Algorithmus” bezeichneten Modell hält die Verlinkungsstruktur der einzelnen Dokumente sinnvollen Einzug ins Suchmaschinen-Bussiness: es wird nicht nur “der Text” betrachtet, sondern die “Einbettung” und Vernetzung der URLs (warum falsch? Die Originalbezeichnung der Entwickler ist “Cloudrank”, und das hat durchaus einen Grund: aber eins nach dem Anderen). Und gleichzeitig beginnt der Kardinalirrtum der SEO-Branche — wohlgepflegt seitens — na? der Suchmaschinenbetreiber. Denn die wollen überleben. Die naheliegende Frage ist jetzt: welcher Irrtum denn?
Genau genommen sogar mehrere Irrtümer. Der erste und kleinere: die Luftfeuchtigkeit steigt wenn der Regentänzer schwitzt. Wenn denn viele Regentänzer im gleichen Raum mächtig schwitzen nieselt es sogar. Manchmal regnet es auch (weil das Wetter gerade so ist). Alles zusammen stärkt Erfahrung und Glauben der Regentänzer und Zuschauer, Regentanz ermöglicht Klimakontrolle. Wenn’s denn nicht regnet so war der Tanz fehlerhaft oder die Götter drücken auf unbekannte Knöpfe. Aus die Maus, und nächste Woche probieren sie denn Chachacha. Und wer drüber lacht wird mit Fachjargon öffentlich gesteinigt (die Schweigenden Einprozent beschäftigen sich gerade mit Klimakontrolle und haben gelernt den Regentänzen fern zu bleiben). So viel zum aktuellen Methodenvorrat der SEO und — schlimmer — deren empirisch begründetem Glauben an die Ursachen der Wirksamkeit von Regentänzen.
Szenenwechsel: was machen eigentlich die Suchmaschinenbetreiber und womit verdienen die ihr Geld? Das Versteigern der Top-Plätze hat sich als einträgliches Geschäftsmodell erwiesen. Damit auch Alles fair zugeht, sind diese als Werbung gekennzeichnet und “vom Rest” getrennt. Klickt der User (denn viele kapieren den Unterschied nicht) auf den Link so klingelt die Kasse der Suchmaschine. Und nur dann, denn ein System Bezahlen-per-Suchanfrage hat sich beim Endbenutzer nicht durchgesetzt (dies erlaubt die Qualität der Suchergebnisse einfach nicht).
Genau hier beginnen Verwirrspiel und Scharade um Pagerank und Co: der Pagerank suggeriert ein “absolutes” Maß für die “Relevanz” eines URL. Absolut weil Alle gleich gemessen werden. Soll ich den Quatsch jetzt hier weiter machen? Noop. Der “Page“rank gilt — wenn er denn den “Cloud“rank als Grundlage hat — nur innerhalb einer fest vor der Berechnung (den berühmt-berüchtigten Rankingläufen beispielsweise) definierten Menge an URLs. Hier “das ganze Internet” zu Grunde legen zu wollen ist nicht nur technisch sondern auch mathematisch (im Cloudrank-Algorhythmus!) nicht umsetztbar. Der Pagerank suggeriert etwas Unmögliches, und es wird Zeit die Tabelle mal wieder (diesmal gründlich) umzustricken: ab in den Papierkorb damit. Für’s Erste.
Nochmal Szenenwechsel, zu einer Vielzahl an Schaubildern zum Thema Page/Cloudrank: alle zeigen wie verschiedene Pages auf einander verlinken (oder auch nicht) und eine dabei quantitativ besser fährt (wenn man durchrechnet was man im Schaubild eh sieht), sprich: wer mehr Links bekommt. Die Berechnung ‚im Hintergrund‘ führt ein Punktesystem ein: wer mehr Links hat dessen Links zählen mehr, eingehende Links werden höher bewertet als ausgehende. Und fertig ist der Cloudrank). Nehmen wir unsere zerknüllte Tabelle und pflegen sorgsam die Verlinkung ein. Spätestens jetzt sollte dem denkenden Menschen mulmig werden, denn das geht so nicht.
Vorschnell gedacht ist die Lösung: na denn bauen wir halt die URLs in Spalten und Reihen und machen daraus eine Kreuztabelle. Wow! Ist das denn nicht das was der Pagerank-Algorgythmus macht? Im Prinzip: ja. Wer jetzt allerdings die Suchbegriffe vermisst hat gewonnen — und wer sich die erwähnten vertrauten Abbildungen anschaut wird verwundert (oder erhellt, dies wäre ein erstes Ziel) fest stellen: Alles schön, es fehlen nur noch die Suchbegriffe. Wenn Sie eine Website betreiben, SEO-Dienstleister beschäftigen und Sie irgendwie ein komisches Gefühl bekommen: nicht Böse sein, den allermeiste SEO’lern geht es jetzt genau so, denn viele glauben tatsächlich was sie erzählen). Das Beruhigende: ab jetzt nur ein kleiner Schritt, aber vorher eine wichtige und unerlässliche Begriffsunterscheidung zwischen URL und URI.
Den URL kennen Sie alle, er bezeichnet als Uniform Resource Locator eindeutig eine einzigartige Adresse. Der URI (Unique Resource Identifier) ist ein eindeutiger Bezeichner, also einzigartiger Name für was-immer-Sie-wollen, Hauptsache im Internet. Kurz: ein URI sagt Was, ein URL Wo. Aus Sicht eines Benutzers wie aus Sicht einer Suchmaschine ist der Idealfall eine 1:1 –Entsprechung URI:URL. Wort eingeben und “der” Link zurück. Gesucht, gefunden — erinnert ein bisschen an den “auf Knopfdruck”-Mythos, denn mathematisch betrachtet wäre dies ein URL mit der zum URI identischen Adresse und allen verwandten URIs als Content… Spass bei Seite, zurück zur Pagerank-Grafik: da fehlen die Worte. Genauer gesagt: die Rede ist immer von URLs und nicht von URIs. Sie haben’s erraten: wir sind beim Kardinalirrtum angelangt und reif für den Paradigmenwechsel (Willkommen beim einen Prozent!). Nochmal deutlich und profan formuliert, als erste ketzerische These:
Auf Qualität und Umfang des Textes kommt es an, denn Worte zählen mehr als Links.
Für die Regentänzer: probieren Sie es mal mit großen Wasserflächen in der Sonne, da verdunstet wesentlich mehr.… in der Wartezeit kann man folgendes Experiment machen: in der bewussten PR-Grafik hat jede Page einen Text von nur 50 Worten zum gleichen Thema. Zusätzlich wird für jedes vorkommende Wort eine eigene “Seite” mit ein– und ausgehenden Links angelegt und alle Beziehungen eingezeichnet (‘und durchgerechnet’ wäre eine zeitaufwendige Schikane).
… Was, wie? Das war’s? Einfach guten Text schreiben und ab? Probieren Sie es aus und schauen zu wie Ihre Website in den Suchergebnissen steigt. Verpacken sie informativen, sachbezogenen Text technisch sauber bei guter Erreichbarkeit, sorgen für zwei bis drei neue Links auf die Seite (also ganz traditionelle SEO) und freuen sich — vielleicht nicht ganz so sehr, denn die durchaus positiven Resultate sind nicht unbedingt an den gewünschten Stellen (sollten Sie qualifizierte Informationen beispielsweise zu “parabol arachnophober Polymorphie bei intrusiven Demens-Sukkulenten” anbieten wird es wohl perfekt funktionieren. Bei “Auto” wird es schon schwieriger.).
Ich bin nicht boshaft, möchte aber an dieser Stelle noch “Einen drauf setzen”: in vielen vielen Fällen versucht SEO genau das zu Nichte zu machen was die Suchmaschinenbetreiber verzweifelt zu erreichen (und in diesem Sinne zu verteidigen) versuchen: Qualität durch Relevanz der Suchergebnisse, ohne menschliche Eingriffe in die Bewertung. Die Gegenseite: Anbieter mit dem Bestreben unabhängig von Suchbegriff möglichst immer angezeigt zu werden, irgendwann wird schon geklickt und gekauft. Aus diesem Grund hier die zweite ketzerische Behauptung:
Traditionelle SEO vermindert die Qualität der Suchergebnisse, denn Ziel ist die maximale Überbewertung einer dürftigen wie nicht sachbezogenen Textsubstanz.
Hier von Kotvergoldung zu sprechen halte ich in manchen Fällen für angebracht, ohne moralische Wertung: sicher ist es im Zeitalter kurzer und knapper Botschaften so schwierig wie notwendig — evtl. noch bei einer Zielgruppe mit reduziertem Vokabular — mit prägnantem Text-Content minimalen Umfanges in Suchdiensten zu glänzen. Wer dies will, muss auf bezahlte Positionen ausweichen. Deswegen die dritte ketzerische Feststellung:
Die meisten SEO-Maßnahmen sind ein kollektiver Regentanz für Websites mit bescheidenem Content und Betreibern mit zu wenig Geld für bezahlte Suchmaschinenwerbung.
Wer guten Content hat braucht kein SEO: die beste „Maßnahme“ ist eben so qualifizierter wie relevanter Text, technisch sauber und menschlich ansprechend verpackt. Wenn Ihnen nun als Fachmann erbost die Fachbegriffe auf der Zunge liegen und Sie mir tausend Gegenbeispiele entgegen schmettern möchten: Alles im grünen Bereich, und — die erfreuliche Botschaft: traditionelle SEO funktioniert trotzdem. Allerdings basierend auf falschen Annahmen und nur dort und so lange der Text-Content insgesamt mager ist und dies auch bleibt. Anders formuliert: unter den Blinden der Websites ist die Einäugige Königin.
Und jetzt? Bleistift gespitzt und Text produzieren? Klasse durch Masse? Elefantenrennen auf die Top Ten? Zugespitzt gedacht: wenn nun alle Websites alle Informationen zum Thema enthalten, wer gewinnt denn dann? Bevor ich hierauf näher eingehe, möchte ich die vierte und wahrscheinlich kritischste Behauptung aufstellen:
Die Zeit der automatisierten monolithischen Suchdienste ist vorbei. Diese werden bereits jetzt durch Social Networks massiv beeinflusst und schrittweise abgelöst, denn aggregierte persönliche Bewertungen sind aussagekräftiger als jeder Algorhythmus.
Unter dieser Prämisse relativiert sich das Elefantenrennen auf einen Zeitraum X, den es es auszunutzen wie zu überbrücken gilt. Um das Elefantenrennen zu gewinnen — sprich: Top 10 zu erreichen und zu halten — zählen Masse wie Klasse. Masse ist leicht messbar, aber die Klasse? Ein kundiger Leser kann dies i.d.R. zuverlässig unterscheiden, keine Frage. Aber wie macht das die Suchmaschine? Zurück zur zweiten Tabelle, die mit den sortierten Spalten: der Klick auf den Suchbegriff zeigt nicht nur die Fundstellen selbst, sondern auch alle anderen mit dem Suchbegriff zusammen vorkommenden Begriffe samt deren jeweiligen Fundstelle. Es lässt sich sowohl ableiten, welche Begriffe wie oft mit welchen Begriffen vorkommen, als auch errechnen welche Dokumente (Zeilen) die höchste Summe der meist zusammen vorkommenden Begriffe aufweisen. Wenn Sie nun innerlich zur eben erstellten Grafik schielen — Cloudrank, nur anders dargestellt.
Natürlich ist dies vereinfachend, und für die Frage wo eine Page bei welchem Suchbegriff angezeigt wird gibt es eine Vielzahl an zusätzlichen Parameter zwecks Schärfung der Ergebnisse. Diese sind das Spielfeld der klassischen SEO und haben zweifelsfrei ihre Berechtigung, sind und bleiben jedoch nur Parameter: am Rädchen drehen heißt noch lange nicht die Regenmaschine bedienen.
So, bis hierher sind Sie gefolgt, es bleibt die alte Frage: und nu? SEO vergessen, abwarten und Texte schreiben bis es regnet? Was für Texte denn??
Nun, an dieser Stelle eine Frage: wenn Suchmaschinen so oder so ähnlich arbeiten, welche Information enthalten sie denn dem Suchenden vor? Die Antwort ergibt sich aus der Verfahrensweise: Suchbegriff rein, URL-Liste raus. Dabei wäre doch z.B. eine Zusatzfunktion “Suchen Sie doch auch mal nach.…” sinnvoll und im Rahmen des technisch Möglichen, oder? Welches Potential liegt in der Kenntnis der Verwandschaftsbeziehungen von Begriffen? Wie erlangt man diese Kenntnis? Auf letztere Frage gibt uns Google (implizit) alle Antworten: nämlich ein Suchergebnis zum Begriff X in der “Tiefe” Top-n Treffer und den Cloudrank-Algorhythmus. Dann zerlege man die URLs hübsch in ihre URIs und berechne die Cloud gemäß den Anweisungen des Herstellers
. Nun gilt es die Top-Begriffe der Cloud in die bestehende Text-Substanz zu füllen, sprich: Text erstellen , der bei der Suchmaschine “alle assoziativen Glocken klingeln” lässt. In einem (wie vormals beschrieben) semantisch kargen Umfeld geht es schlichtweg ab, in einem laufenden Elefantenrennen überholen Sie die Kolonne langsam aber sicher. Es bleibt nur die Frage der praktischen Berechnung, und auf diese gibt es der Zeit nur eine Antwort: semantische Wortfeldanalyse mit Destiller. Und dies führt zur abschließenden Aussage:
Semantische Optimierung mit Destiller ist die der Zeit schnellste und sauberste Methode um seine Website auf die vorderen Plätze zu bringen. Texte die unter Berücksichtigung von Destiller-Keywordlisten erstellt werden, performen bestens in den Suchergebnissen, auch bei geringem Textvolumen. Semantische Optimierung mit Destiller läßt Besucher und Betreiber gleicher Maßen profitieren, denn jede “Maßnahme” bleibt im thematischen Kontext.
Zusammenfassung
Klassische SEO arbeitet an einer Vielzahl von Parametern, die im Cloudranking keine Rolle spielen: der Kern der Erfolgsfrage bleibt eben so unerkannt wie unberührt. Basierend auf der profanen Erkenntnis, dass auch Texte (bzw. Sprache) wie eine “Linkstruktur” behandelt werden, lässt sich eine Ergebnismenge von URLs in ihre URIs zerlegen und anschließend “durchranken”. Die gerankte Liste zeigt, welche Begriffe (seitens der Suchmaschine) mit dem ursprünglichen Suchbegriff in Zusammenhang stehen. Wer diesen “Jargon” bedient, gewinnt nachhaltig. Ganz ohne Regentanz.

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